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Geheimnisse der Eigenmotivation

Können Sie sich mit irgendetwas wirklich selbst helfen? Erzielen Sie Erfolge?

Können Sie sich mit irgendetwas wirklich selbst helfen? Erzielen Sie Erfolge? Kürzlich haben die Forschungen von Professor Dolores Albarasin von der Universität Illinois und ihres Assistenten Ibrahim Senei sowie des Dozenten Kendzi Noguchi von der Universität von Süd-Mississippi gezeigt, dass diejenigen, die sich selbst die Frage stellen, ob sie dieses oder jenes Problem lösen können, größere Erfolge erzielen, als jene, die das einfach drauflos tun.

Diesem inneren Dialog sind einige wenige Forschungen gewidmet, obwohl wir die innere Stimme größtenteils aus der künstlerischen Literatur kennen. Angefangen bei solchen Kinderbüchern wie "Die kleine Lokomotive, die alles konnte", wo die Hauptfigur des Buches sagt "Ich glaube, dass ich es kann" bis hin zu den menschenverachtenden Überlegungen Holden Colfields im Roman "Der Fänger im Roggen", beeinflusst der innere Dialog oft die Art, wie Leute sich motivieren und ihr eigenes Verhalten ausbilden.

Aber in unserem fall ist "Die kleine Lokomotive" wichtig, welche ein gutes motivationstechnisches Instrument benutzt, oder eben die Besetzung von "Bob der Baumeister" (das beliebte Buch "Bob the Builder") mit seiner passenden Frage "Können wir das schaffen?". Albarassins Mannschaft probierte diese Art der Motivation an 50 Forschungsteilnehmern aus, denen sie offen nahelegte, eine Minute darüber nachzudenken, ob sie eine konkrete Aufgabe schaffen werden, beziehungsweise sich einfach selbst zu sagen, dass sie dies einfach "ohne irgendwas" schaffen werden. Den größeren Erfolg bei der Lösung einer Anagrammaufgabe, bei der man einen Satz umbauen muss, so dass die Buchstaben verschiedene Wörter ergeben, demonstrierten die Teilnehmer wenn sie sich fragten, ob sie dies bewerkstelligen können, mehr noch als wenn sie überzeugt äußerten, dass sie damit sicher fertigwürden.

In einem weiteren Experiment schrieben Studenten vor einer scheinbar nicht mit der ersten verbundenen Aufgabe die beiden anscheinend nicht miteinander verbundenen Sätze "Ich kann" oder "Kann ich?", und arbeiteten dann an der gleichen Aufgabe.

Die Teilnehmer wurden besser damit fertig, wenn sie NACH dem Wort "Kann" das Pronomen "Ich" schrieben, wobei sie nicht einmal eine Ahnung hatten, dass das Geschriebene eine Beziehung zu der Anagrammaufgabe hatte.

Wodurch passiert das so? Die Mannschaft von Professor Dolores Albarrasin vermutet, dass dies im Zusammenhang mit dem unterbewussten Ausformulieren der Frage "Kann ich es?" und dessen Einfluss auf unsere Motivation steht. Wenn sie sich diese Frage stellen, besteht die größte Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ihren eigenen Antrieb/ ihre eigene Motivation schaffen.

In einem weiteren Experiment wurden die Teilnehmer wieder nach Gruppen "Ich kann" und "Kann ich?" aufgeteilt, aber diesmal bekamen sie die Frage gestellt, wie intensiv sie sich in der nächsten Woche mit dem Lernen beschäftigen werden. Ebenso ließen sie die Studenten einen psychologischen Fragebogen ausfüllen, die dazu diente, die Intensivität ihrer inneren Motivation festzustellen.

Aus den erhaltenen Ergebnisse lassen sich verschiedene Schlüsse für die kognitive, soziale und klinische Psychologie ziehen, und ebenso auf die Psychologie der Gesundheit und Entwicklung. Diese werden nützlich sein beim Prozess der klinischen, Ausbildungs- und Arbeitsmotivation.

"Solche wissenschaftlichen Forschungen darüber, wie sehr die Sprache unsere Selbstregulierung beeinflusst, sind in außerordentlichem Maße wichtig" - sagte Professor Albarrasin. - Experimentelle Methoden erlauben es das Innere des Menschen der Leute auf offensichtliche und nichtoffensichtliche Arten zu erforschen, und wie das, was sie sich selbst sagen, ihr Verhalten gestaltet."

Forschungen wie die hier genannten verändern die traditionellen Vorstellungen im Bezug auf soziale Reklame und Literatur zur Selbsthilfe, welche dazu gedacht sind, Leute zu einem gesunden und produktiveren Verhalten im Leben zu bewegen.

Das Trio publizierte seine Forschungen in einer der Frühjahrsausgaben des Journals "Psychological Science" (Psychologische Wissenschaft).

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