Muss man Faulheit bekämpfen?

Oft schimpfen wir wegen unserer Faulheit mit uns selbst und versuchen, heldenhaft gegen sie zu kämpfen. Muss das aber wirklich sein? Der Mensch unterscheidet sich von einem Roboter nämlich dadurch, dass er mitunter (und manchmal zu unpassendsten Zeitpunkten) von einem heißen und nahezu unüberwindbaren Wunsch überkommen wird, alles liegen und stehen zu lassen und einem Nichtstun zu frönen. Übrigens kann eine verzweifelte Lustlosigkeit, etwas zu tun, wenn man wirklich auf nichts mehr Bock hat, ein Anzeichen für das chronische Erschöpfungssyndrom sein. Dann sollte man eben ein paar Tage faulenzen, dabei am besten am Meer oder am Ufer eines Ozeans.

In Kolumbien wurde ein ungewöhnliches Museum, und zwar das Museum der Faulheit eröffnet. In seinen Sälen wurden Hängematten aufgehängt, es laufen normale Fernsehapparate, und es sind Betten aufgestellt. Die Besucher/innen können sich ausruhen und sogar ein kurzes Schläfchen machen. Das Museum wurde extra dafür gegründet, damit sich die Leute Gedanken über die Folgen müßigen Zeitvertreibs machen sollten.

Aus dem Lebenslauf Charles Darwins ist bekannt, dass er in seiner Schulzeit unter Zwang lernte und direkt während einer Stunde einschlafen konnte. Winston Churchill war zu faul, um sich um einen Studienplatz zu bewerben, hasste Leibesübungen und konnte einen ganzen Tag in einem Schaukelstuhl verbringen. Albert Einstein verheimlichte es nie, dass er bereits in seiner Kindheit Ruhm eines Faulenzers und den eines Menschen erworben hatte, der langsam von Begriff war. Es hat ihn aber nicht daran gehindert, den Nobelpreis verliehen zu bekommen.

Faulenzer/innen werden in der Regel zu guten Manager/innen, weil sie es wie wohl kein anderer verstehen, ihre Kompetenzen an andere Menschen abzugeben. Warum sollte man sich dann die Erfahrungen der Faulenzer/innen nicht zunutze machen?

Wenn Sie sich aber entschieden haben, gegen Faulheit zu kämpfen, können Sie folgende Empfehlungen berücksichtigen:

  1. Fangen Sie sofort an. Beginnen Sie heute, sich zu verändern.
  2. Belohnen Sie sich! Gönnen Sie sich nach Ihren Arbeitsanstrengungen etwas Angenehmes.
  3. Bringen Sie Abwechslung in Ihre Arbeit. Machen Sie abwechselnd zwei verschiedene Dinge: 30 Minuten arbeiten Sie am Computer, dann 30 Minuten im Haushalt, dann machen Sie wieder Ihre Arbeit am Computer.
  4. Stehen Sie am frühen Morgen auf. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es unter „Eulen“ mehr Faulenzer/innen als unter „Lerchen“ gibt. Wenn das frühe Aufstehen für Sie zur Gewohnheit wird, werden Sie merken, dass Sie wesentlich mehr als früher schaffen!
  5. Große Angelegenheiten schrecken uns oft ab. Teilen Sie sie auf – so ist es einfacher, die Arbeit daran zu beginnen.

Sollte jemand Ihnen sagen, dass sie/er kein einziges Mal in ihrem/seinem Leben akute Anfälle der Faulheit hatte, so glauben Sie ihr/ihm einfach nicht!

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