Sport treiben

Wenn Du auf Deinem Weg einen Mönch des Shaolin-Klosters triffst – schlag ihm ins Gesicht. Wenn es ein echter Shaolin-Mönch ist, triffst Du sein Gesicht gar nicht. Wenn es ein Schüler der Shaolin-Mönche ist, wird er Dir dankbar für die Lehre sein. Wenn es einfach ein Dahergelaufener ist in der Kleidung eines Shaolin-Mönchs, geschieht es ihm ganz recht:))
Chinesische Volksweisheit

Der Körper ist eine Seite des Brillanten, welchen Ihr Euer ganzes Leben lang schleift, Der Körper ist das Instrument, durch das Ihr fühlt, die umgebende Welt wahrnehmt, Er ist der Tempel, in dem Eure Seele lebt.

Fernöstliche Kampfkunst – das ist eine Richtung, in der physische Entwicklung mit geistiger zusammentrifft, und eine harmonisch entwickelte Persönlichkeit hervorbringt. Den Worten alter Weisen folgend ist „Der Weg des Körpers ... der längste und schwierigste, dafür aber der verlässlichste“. Er ist am besten den Kinästhetikern verständlich, Leuten mit einer körperbezogenen Weltanschauung.

Warum fernöstllich? Weil das Lernen interessant ist bei jemandem, der sich sehr stark von Dir unterscheidet. Das ist schwierig, aber effektiv. Man sagt, der wichtigste Unterschied zu Leuten aus dem Osten ist, dass ein Rückschlag sie stärker macht, und die Leute aus dem Westen – schwächer. Mag sein, dass die Hauptsache ist, zu lernen, wie man aus einer Niederlage gewinnt.

Aber Sport, das ist nicht nur Körper. In einem Kampf muss man nicht nur physische Aufgaben lösen. Ein Kampf, das ist Angst und Stolz, Raserei, Ärger, Wut. Es ist das Können, den Gegner zu fühlen, sich selbst zu vertrauen, Situationen zu analysieren, seine eigenen Emotionen zu kontrollieren. Zum Beispiel kann man an diesen Parametern auch schwierige Verhandlungen analysieren. Im Kampf gibt es besondere Elemente: Angriff, Verteidigung, Vorbereitung. In Verhandlungen: Frage, Antwort und Unterhaltung. Entspricht die Frage einem Angriff, der Vorbereitung oder der Verteidigung? Und die Unterhaltung? Und die Antwort?

Dem einen sind die Qualitäten die man braucht, sich mit Kampfsport zu befassen, von Natur aus gegeben. Aber man kann sie auch erschaffen, sie in sich heranziehen. Der subtile, unsichere, oft kränkelnde Mann ist in der Lage, sich in einen komplett anderen Menschen zu verwandeln. Und gemeint ist nicht, dass sich das Äußere ändert, Die wichtigsten Veränderungen geschehen im Inneren: Es verändert sich der Blick, die Bewegungen, die Stimme, es entsteht ein unbeugsames Gefühl der Selbstsicherheit, auf die die Umgebung sofort reagiert. Das Lernen, sich zu verteidigen, ist unumgänglich dafür, dass die Erfordernis sich zu verteidigen nicht eintritt.

Das Ziel der Kampfkunst ist nicht die Selbstverteidigung. Das ist kein Handwerk, sondern ein Weg der harmonischen Entwicklung. Obwohl es natürlich wichtig ist, zu fühlen, dass man sich verteidigen kann. Wenn Ihr keine Angst vor frontalen Angriffen haben müsst, werdet Ihr Euch auf jeden Fall selbstsicherer fühlen. 

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