Mechanische Ausführung

 

Mechanische Ausführung von Übungen
Eventuelle, sehr oft vorkommende Fehler können folgende sein: am ersten Tag ist es interessant, am zweiten gewohnt, am dritten – ach was, das weiß ich schon, und am vierten beginnen Sie dann bei der Ausführung von Übungen bereits an Ihre aktuellen Alltagssorgen sowie die aktuell zu erledigenden Angelegenheiten zu denken. Somit können Sie beginnen, die Übungen automatisch, mechanisch, um der Ausführung willen allein auszuführen, um sie einfach nur als abgehakt zu kennzeichnen. Und mit jedem weiteren Tag werden Sie es sich angewöhnen, zur gleichen Tageszeit und innerhalb eines gleich langen Zeitabschnitts, vermeintlich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Man hat quasi sowohl an sich selbst gearbeitet als auch über gewisse Lebensaufgaben nachgedacht als auch darüber hinaus noch einige Pläne zusammengestellt. Daher würde ich Ihnen von diesem Tag an Folgendes empfehlen: Wenn Sie während der Ausführung von Übungen beginnen, sich in Gedanken mit Ihren laufenden Angelegenheiten zu beschäftigen, so hören Sie lieber mit den Übungen auf und gehen Sie Ihren Angelegenheiten nach. Und irgendwann, wenn es mal richtig dringend wird, treffen wir uns vielleicht! Und warum? An dem Tag, an dem eine mechanische, automatische Ausführung der Übungen ohne notwendige Emotionen, ohne notwenige Resonanz, ohne notwendige Ekstase für die Wiederherstellung der Gesundheit beginnt, von jenem Tag an beginnt auch ein nutzloser und schädlicher Weg, weil Zeit nutzlos vergeudet wird, die Zeit wird stehen bleiben und Sie werden zunehmend von dem folgenden Erklärungsbedarf beherrscht: Warum bin ich denn stecken geblieben, warum komme ich nicht voran? Ich möchte Sie sehr bitten, dass Sie während dieser kurzen Übungen die ganze Welt, alle Alltagssorgen und -besorgnisse außen vor, vor jener Schutzschicht lassen.

Heute, gerade in dem Augenblick, in dem Sie trainieren, kümmern Sie sich um das Fundament aller Lebensgrundlagen, nämlich um Ihre Gesundheit, um Ihre Selbstbehauptung, um die Erlangung einer weiteren Nuance der Selbstsicherheit, eine zusätzliche Gefühlspalette, um Ihr Selbstvertrauen! Die Gesundheit ist jener Baustein, aus dem Leben selbst gebaut wird. Haben Sie keine Gesundheit – werden Sie dann auf der Arbeit, von Ihren Nächsten gebraucht, werden Sie sich selber brauchen? – Nein. Das bedeutet also, dass es für uns innerhalb von diesen wenigen Minuten, in welchen wir uns unserer Gesundheit annehmen, nichts Höhergestelltes geben sollte. Führen Sie, meine Lieben, Übungen jedes Mal so aus, dass ein kunstfertig geschaffenes Fest, eine kunstfertig geschaffene Empfindung der Helle entsteht, eine kunstfertig geschaffene Empfindung dafür, dass Sie sich in diesem Moment einen Schritt, einen Augenblick näher sind, dass Sie sich weiter darauf zubewegt haben! Und am Ende kommt noch ein weiteres Moment hinzu, ein kaum bemerkbares, quasi drittrangiges, das jedoch das Hauptfundament bildet, auf das sich das Training des Geistes stützt. Suggerieren Sie sich während der Trainings einen Zustand, als ob es Ihnen angenehm wäre, und mit der Zeit wird es auch so werden, doch fügen Sie ganz am Ende noch ein Spiel mit Ihrem Vorstellungsvermögen hinzu: Stellen Sie sich das nächste Training vor und freuen Sie sich darauf, morgen oder übermorgen wieder trainieren zu können. Dieses Gefühl, dass ein Fest auf Sie wartet, dieses Gefühl lässt sich schaffen. Wenn Sie die Übungen, d.h., wenn Sie die Arbeit an sich selber als Exekution, als Zwang wahrnehmen, so in der Art, es muss sein, dann trainieren Sie quasi mit Mitleid, und so trainieren Sie in diesem Moment nicht die Arbeit an sich selber, sondern Leid. Und dann kommt einmal ein Augenblick, in dem Sie sich nicht mehr zu zwingen vermögen. Dieser Augenblick kann auch sehr bald eintreten, z.B. in einer bis zwei Wochen, und danach werden Sie nicht mehr in der Lage sein, zu trainieren. Nun, heben Sie also die rechte Hand, besondere Schlüsselmomente… Ich bitte Sie, die rechte Hand hochzuheben: Stellen Sie sich gegen Ende der Übung bitte vor, dass Sie dann noch morgen und übermorgen trainieren werden. Schaffen Sie dafür bitte den Zustand einer künstlichen Freude, einen künstlichen Wunsch, dass Sie auch die nächsten Male trainieren, dass Sie es noch einmal machen, dass Sie noch besser werden! Und dann wird bei Ihnen in einiger Zeit die Empfindung, der Wunsch aufkommen, weiter trainieren zu wollen, weiter, weiter, weiter …

Das Gleiche betrifft die Selbstrealisierung, familiäre Probleme, Sport und alle anderen Bereiche! Schaffen Sie künstlich im Laufe und am Ende jedes Trainings, und das hebe ich ein weiteres Mal besonders hervor, eine Empfindung des Festes bezogen auf das nächste Training! Danke!

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