GLEICHNIS „BAUM, DER WÜNSCHE ERFÜLLT“

Eines Tages suchte ein ermüdeter Wanderer einen Erholungsplatz. Er sah einen weitverzweigten Baum mit einer gewaltigen Krone, die einen breiten einladenden Schatten warf und beschloss, sich darunter auszuruhen. Da der Tag heiß war, hatte der Wanderer natürlich Durst und wollte ihn stillen. Und sobald er diesen Wunsch hatte, erschien vor ihm plötzlich, weiß Gott woher, ein hohes Glas, mit kaltem frischem Fruchtsaft gefüllt. Erfreut nahm er das Glas in die Hand und trank daraus.

Dann dachte der Wanderer: „Wie schön wäre es, wenn mein weiches Bett hier auch erscheinen würde“. Und tatsächlich, auf der Stelle erschien vor ihm das Bett. „Wunderbar! – dachte der Wanderer. – Aber noch besser wäre es, wenn meine Frau jetzt dabei wäre und diese Freuden miterleben  könnte“. Sofort stand seine Frau vor ihm.

Doch als er seine Frau sah, hatte er Angst, ob sie die echte sei. Und was ist, wenn ein Dämon ihre Gestalt angenommen hat? Sobald er diesen Gedanken durch seinen Kopf gehen ließ, verwandelte sich seine Frau tatsächlich in einen Dämon. Der Wanderer zitterte vor Angst. „Dieser Dämon kann mich doch schlucken“. Klar, dass sich auch dieser Gedanke sofort verwirklichte: Der Dämon fiel über ihn her und schluckte ihn.

Der Baum, der unsere Wünsche erfüllt, ist das Leben selbst. Früher oder später werden all unsere Gedanken vergegenständlicht. Die Verwirklichung von etwas Gewünschtem bringt keine Befriedigung, sondern erzeugt bloß neue Wünsche. Und so schaffen unsere Wünsche auf diese Weise die Realität, die uns umgibt. Auch Überzeugungen und Emotionen, insbesondere Angst und Schuldgefühl, verwandeln unsere mächtigen geistigen Energien in die äußere Realität. Somit offenbaren sich letztendlich Glaube und Angst in unserem Leben, was auch immer wir wünschen würden. Schließlich werden wir von der materiellen Welt aufgefressen.

Unsere Wünsche, Glaube und Angst lenken unsere Gedanken in gewisse Richtungen und formen nachher mit der Zeit unsere persönliche Realität. Wenn wir uns eine gesundere, glücklichere und harmonischere Realität wünschen, so sollen wir schon mit uns selbst abmachen, was wir wirklich wollen – und uns von den zufälligen Wünschen nicht irreleiten lassen.

Somit sollte man in seinem Wesen glückliche, gesunde und positive Gedanken pflegen und fördern, damit nur sie von dem unsere Wünsche erfüllenden Baum unseres Lebens verwirklicht werden.

Und, was wollen Sie denn nun wirklich?

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