Das Gehirn trainieren. Wie und wozu?

Wie soll man das Gehirn trainieren und warum muss man das machen?

Wann haben Sie Ihr Gehirn zum letzten Mal trainiert? Wenn wir uns Körperübungen zumindest ab und zu widmen, vergessen wir Trainings des Gehirns leider total. – Das sollte man aber auf keinen Fall!

Warum ist es notwendig, das Gehirn zu trainieren?

  • Die Trainings wirken positiv auf das Gedächtnis ein. Untersuchungen zufolge beginnen die Potentiale des Gehirns und des Gedächtnisses im Wesentlichen zu schrumpfen, wenn man sich um ihre Entwicklung nicht kümmert.
  • Es verbessert sich die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und sie sich anzueignen sowie neue Fertigkeiten zu erwerben. Auch die kognitiven Fähigkeiten sowie die Wahrnehmungsfähigkeiten vervollkommnen sich.
  • Die intellektuellen und die persönlichkeitsbezogenen Potentiale eines Menschen steigen, ebenso wie seine Arbeitsproduktivität generell.

Und das ist nur eine kleine Auflistung positiver Einflüsse von Trainings auf das Gehirn. Um die Arbeitsproduktivität des Gehirns zu erhöhen, gibt es spezielle Übungen. Um deren Effekte zu spüren muss man ihnen nur wenige Stunden pro Woche widmen.

Wie muss man das Gehirn denn trainieren? Nachstehend sind einige Beispiele einfacher Übungen:

  • Entwickeln Sie die Gewohnheit, ungewöhnliche Antworten auf einfache Fragen zu geben. Versuchen Sie bspw. auf Stereotype und Klischees zu verzichten, wenn Sie die Fragen, wie „Was gibt es Neues?“, „Wie geht es?“, „Wie ist das Leben?“ beantworten müssen und lassen Sie sich eine originelle Antwort auf jede Frage einfallen. Sie können die Antwort als Scherz gestalten, kleine Geschichten erzählen oder Witze einbeziehen. Wenn Sie an die Formulierung der Antworten kreativ herangehen, werden dadurch das Funktionieren der rechten Gehirnhälfte sowie das Gedächtnis und das Sprachzentrum gefördert.
  • Ändern Sie die festen Routen. Gehen Sie neue Wege, selbst wenn der gewöhnliche Weg zu Ihrer Bildungs- oder Studieneinrichtung bzw. zum Arbeitsplatz Ihnen wesentlich weniger Zeit in Anspruch nimmt. Würde man das noch umfassender betrachten, so sollten Sie mehr reisen und Ihre Reisen selbstständig planen. Die Reisen erweitern nicht nur Ihren Horizont, sondern entwickeln auch räumliches Gedächtnis und Denken weiter.

  • Entwickeln Sie neue Fähigkeiten. Das kann man sehr einfach machen. Dazu sollen Sie z.B. mehr kopfrechnen oder beginnen, eine Fremdsprache zu lernen. Kommunizieren Sie mithilfe der Gebärdensprache oder lernen Sie die Brailleschrift. Während Sie solche ungewöhnlichen Dinge erledigen, aktivieren Sie neue Bereiche Ihres Gehirns, die für die sensorbasierte Wahrnehmung, Gedächtnis, logisches Denken usw. zuständig sind.

Halten Sie diese Übungen für zu langweilig? Nachstehend finden Sie einige originelle:

  • Schreiben Sie gleichzeitig mit beiden Händen. Anfangs kann man einen und denselben Text sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand schreiben. Komplizieren Sie dann die Aufgabe, indem sie verschiedene Texte gleichzeitig mit verschiedenen Händen schreiben.

  • Nehmen Sie einen Satz Spielkarten, mischen Sie sie und versuchen Sie, sich die Reihenfolge der Karten zu merken. Anfangs fällt es schwer. Deshalb empfehlen wir Ihnen mit fünf Karten anzufangen.

  • Lösen Sie jeden Tag mindesten 15 Minuten lang verschiedene arithmetische Aufgaben, wiederholen Sie das kleine und das große Einmaleins, rechnen Sie im Kopf, lösen Sie Sudoku-Aufgaben.

  • Rufen Sie das Schulprogramm in Erinnerung und beginnen Sie, die von ihm vorgesehenen Gedichte auswendig zu lernen. Das ist eine ausgezeichnete Trainingsübung, um das Gedächtnis fit zu halten. Darüber hinaus werden Sie dadurch gebildeter und belesener.

  • Treiben Sie Neurobic, d.h., Aerobic für das Gehirn. Während der Ausführung der Übungen werden alle fünf Sinne gleichzeitig aktiviert. Die entsprechende Methodik wurde von dem Neurobiologen L. Katz entwickelt. Das Wesen der Methodik besteht darin, dass ein Mensch die für ihn gewöhnlichen Aktivitäten auf eine ungewöhnliche Art und Weise ausführen soll. Bewegen Sie sich z.B. durch das Haus mit geschlossenen Augen; lernen Sie Dinge taktil oder olifaktorisch wahrzunehmen. Neue Gerüche, Empfindungen und ungewöhnliche Aktivitäten tragen zur Entstehung neuer Nervenverbindungen bei, die ihrerseits die Weiterentwicklung intellektueller Fähigkeiten fördern.

  • Spielen Sie mithilfe der Zufallswörter. Versuchen Sie dazu, ein paar Zufallswörter auszuwählen und mit ihrer Hilfe eine Geschichte zu erzählen. Anfangs wird es Ihnen schwer fallen, auch nur ein paar zusammenhänge Sätze mit diesen Wörtern zu bilden, doch bei regelmäßigen Trainings werden Sie ganz sicher lernen, die miteinander scheinbar nicht zu kollokierenden Wörter mithilfe von nur ein paar Phrasen angemessen miteinander zu verbinden.

  • Treiben Sie Hatha Yoga. Hatha Yoga beeinflusst sehr positiv Bildung neuer Neurone im Gehirn und wirkt auch der Alterung des Gehirns entgegen. Untersuchungen zufolge analysierten die Proband*innen, die regelmäßig Yoga getrieben haben, neues Wissen und erkannten neue Informationen besser.

    Bedenken Sie, dass das Gehirn extrem plastisch ist, und deshalb liegt es in Ihrer Hand, Ihr Gedächtnis, Intellekt und die allgemeine Arbeitsproduktivität des Gehirns zu verbessern, indem Sie es einfach regelmäßig trainieren.