Lachen kommt von Gesundheit

Viele sehr ernste Menschen halten Lachen für eine Bagatellbeschäftigung. Ihrer Meinung nach ist einem in so komplizierter Zeit, in der wir leben, alles andere als nach Lachen zumute. Leider können sie nicht begreifen, dass unsere Zeit auch nicht so „kompliziert“ wäre, wenn wir mehr lachen und lächeln würden.

In der Bibel steht: „Ein Herz, das freudig ist, tut Gutes als Heiler, aber ein Geist, der niedergeschlagen ist, vertrocknet das Gebein“ (Gleichnisse von Salomo 17, 22). Es ist  zwar schwierig zu sagen, welche physiologischen und psychologischen Änderungen durch den Humor im menschlichen Körper ausgelöst werden, dass sie aber dadurch in Gang gesetzt werden und sich wohltuend auf den Menschen auswirken, das kann als bewiesene Tatsache betrachtet werden.

Beim Lachen sind wesentlich mehr Muskeln beteiligt, als man sich gewöhnlich vorstellt: Das sind nicht nur Gesichtsmuskeln, sondern auch die der Bauchpresse  und des Zwerchfells.

Darüber hinaus atmen wir beim Lachen besonders tief, wodurch der Sauerstoffbestand in unseren Zellen erneuert wird und hilft, Bronchien und Lungen auszubreiten und Atemwege zu befreien. Lachen ist eine wunderbare Gymnastik für eine Stimulierung der Verdauung und aller Organe, die in der Bauchhöhle liegen. Lachen besitzt auch eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung, und das Gehirn schüttet während des Lachens das „Glückshormon“ aus.

Im Weiteren verlängert Lachen das Leben und verbessert seine Qualität. Die Gründe dafür haben sich amerikanische Psychologen herauszufinden bemüht. An einer Untersuchung haben zehn Menschen teilgenommen. Sie sollten sich einige lustige Videos anschauen. Der psychologische Zustand der Testpersonen wurde von Fachleuten vom Zentrum für unkonventionelle Behandlungsmethoden an der University of California anhand von einigen Kennwerten zwei Tage vor Beginn des Experiments, 15 Minuten davor und gleich nach dessen Abschluss ausgewertet.

Es hat sich dabei herausgestellt, dass allein der Gedanke an „zukünftiges Amüsement“ den körperlichen Zustand verbessert. So sanken bei Menschen zwei Tage vor Beginn des Experiments die Anzeichen für Depression (um 51%), Verlegenheit (um 36%) und Müdigkeit (um 15%). Gegen Ende der Video-Vorführung wurde das Leben noch lustiger: Die Depression verschwand zu 98%, die Verlegenheit zu 75% und die Müdigkeit zu 87%.

Mediziner von der Universität Bern in der Schweiz kamen zum Schluss, dass die heilende Wirkung von Körperübungen mit der von Lachen nicht vergleichbar ist. Anhand von vielen Untersuchungen wurde bewiesen, dass fünf Minuten anhaltendes lautes Lachen nicht nur Depressionen verschwinden lassen, sondern auch auf Herz- und Lungentätigkeit wohltuend einwirken. Wie schweizerische Wissenschaftler berechnen konnten, kommt eine Minute Lachen einem 40-minütigen Lauf gleich.

Natürlich ist Lachen nicht gleich Lachen. Nichts Gutes gibt es an einem überheblichen oder schadenfrohen Gelächter, oder wenn man über das Leid eines Menschen lacht. Das schönste Lachen ist aber das eines Kindes, weil dies ein Lachen des Lebens selbst ist, es ist grundlos, durch nichts bedingt, aufrichtig. Dazu gibt es ein wunderschönes Sprichwort: „Wenn ein Kind lacht, lächelt der Himmel“.

Nicht weniger wohltuend wird ein Mensch auch durch ein Lächeln beeinflusst. Wenn wir breit lächeln, spüren wir nicht nur gute Stimmung in uns aufsteigen, sondern schalten auch die für die Zufriedenheit zuständigen Zentren unseres Gehirns in den „Betriebsmodus“. Doch in diesem Fall handelt es sich nicht um ein Bereitschaftslächeln, oder, wie es noch anders genannt wird, um ein künstliches Lächeln. Damit Nervenenden des Gehirns so ähnlich wie in Augenblicken richtigen Glücksgefühls funktionieren können, sollte man Muskeln funktionieren lassen, die Backenknochen und Lippen sowie die Muskeln, die sich um die Augen befinden, miteinander verbinden. Ein höfliches Lächeln oder ein Grinsen vermögen keine Stimmung zu ändern.

Dazu noch eine weitere interessante Tatsache: Positive Effekte des Lachens haben sich nicht allein auf die Änderung abstrakter psychologischer Charakteristika beschränkt. Wie weitere Untersuchungen gezeigt haben, unterscheiden sich Menschen mit positiven Lebensansichten von ihren weniger zuversichtlichen Mitmenschen durch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionskrankheiten.

Die Untersuchungen der Wissenschaftler haben auch gezeigt, dass eine gute Stimmung sogar vor Erkältung schützt! Wenn Sie sich zusammen mit Ihren Freunden amüsieren oder Ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, sichern Sie sich dadurch die Unzerstörbarkeit des Immunsystems für zwei Tage, während schlechte Stimmung eine Schwächung des Immunsystems für einen Tag zur Folge hat. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass sich selbst vollkommen gesunde Menschen ohne weiteres erkälten können, wenn sie in trübseliger Geistesverfassung nach draußen gehen.

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