Womit beginnt Glück?

Es war einmal ein Mann. Eines Tages beschloss er sich gegen Ungerechtigkeit zu erheben, die in der Welt herrschte und nahm sich vor, Glück für alle zu gewinnen. Er nahm Waffe zur Hand und kämpfte gegen das Böse, wo er ihm nur begegnen konnte.

Viel musste er im Namen des Glücks für alle schießen und töten. Die Zeit verging. Er schlief mit der Waffe in seiner Hand ein und wachte damit auf, er war monatelang mittendrin in Kämpfen, doch die Welt blieb weiterhin die alte, und zwar ungerecht, böse und grausam.

Er wurde wegen der Kämpfe müde und beschloss, eine Familie zu gründen. „Wenn es mir leider nicht schon gelungen war, alle glücklich zu machen, dann gewinne ich wenigstens für meine Familie Glück“, dachte er. Nun kämpfte er tagaus, tagein für das Glück für seine Angehörigen. Er arbeitete viel, ernährte sich nicht ausreichend, schlief sich nicht aus. Und so wurde er in diesem Kampf ums Glück alt…

Nun lag er auf dem Sterbebett und ließ sein ganzes Leben noch einmal Revue passieren. Er dachte daran zurück, wie er sich in seinen jungen Jahren vorgenommen hatte, Glück für alle zu gewinnen, wie er Waffe zur Hand genommen und gegen das Böse gekämpft hatte, wo es nur seine giftigen Sprosse getrieben hatte, wie er im Namen des Glücks geschossen und getötet, wie er die Familie gegründet und die Kinder großgezogen, wie er so viel er gearbeitet und sich nicht selten weder ausreichend ernährt noch ausgeschlafen hatte. Dann rief er seine Angehörigen zu sich und sagte:

„Mein ganzes Leben habe ich versucht, andere glücklich zu machen. Und jetzt erst habe ich begriffen, dass ich mit mir selber beginnen sollte. Hätte ich ursprünglich versucht, mich selber zu verändern und hätte ich mich selber glücklich gemacht, dann wärt auch ihr glücklich. Und die ganze Welt wäre besser, gerechter und gutherziger geworden…

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